Chorverband Karlsruhe e.V.
- Chorverbandsgruppen -
Chorverband-Gruppe Karlsruhe/Rheinstetten e.V.
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Chorverband-Gruppe Karlsruhe / Rheinstetten e.V.

Die Geschichte

Die Vereine der Stadt Karlsruhe schloßen sich erstmals 1842 in der Sängerveinigung Karlsruhe zusammen. 1932 wurde die Sängergruppe Karlsruhe - Stadt ins Leben gerufen, wobei die Vereine nochmals unterteilt wurden in die bereits bestehende Sängervereinigung und in die Gruppe Ring (Vorortvereine). 1952 formierte sich die Sängergruppe Karlsruhe in ihrer jetzigen Form neu und wurde am 18.10.1988 ins Vereinsregister eingetragen. In der Mitgliederversammlung am 02.03.2013 wurde eine Namensänderung in Chorverband Gruppe Karlsruhe / Rheinstetten e.V. beschlossen. 

Der Chorverband Gruppe Karlsruhe / Rheinstetten e.V. hat die Aufgabe, die Gesangvereine und Singgruppierungen der Stadt Karlsruhe (ohne Durlach und Neureut) und Rheinstetten zu betreuen.

Der Chorverband Gruppe Karlsruhe / Rheinstetten e.V. besteht aus 40 Mitgliedsvereinen.



Vorsitzende:

Rosemarie Appel


Tel: (0721) 689913
rosemarie.appel[at]web.de

Gruppen-Chorleiter:

Ulrich Brückmann


Tel: (07253) 931692
ulrich.brueckmann[at]online.de



Chöre der Chorverbands-Gruppe Karlsruhe/Rheinstetten

Bruderbund Mörsch

Cantus Solis

Cantus Juvenum Karlsruhe e.V.

Chor der Banater Schwaben

Chor-Ensemble Cape Karlsruhe

Coro Latino

Con Sono Frauenchor Karlsruhe

Die Schrillmänner Schwuler Chor KA

Die WEIBrations Lesbenchor

Folklore-Ensemble Karlsruhe e.V.

Frohsinn Knielingen

Eintracht e.V. Karlsruhe-Knielingen

GV Fidelitas der Bäckerinnung Karlsruhe

GV Freiheit Forchheim 1907 e.V.

Freundschaft 1862 KA-Beiertheim e.V.

Frohsinn Bulach

Frohsinn Karlsruhe-Hagsfeld e.V.

Lieb Heimatland

Gesangverein Liederkranz e.V. Forchheim

Männerchor Karlsruhe-West 1837 e.V.

Männergesangverein Eintracht e.V. Mörsch

MGV 1862 Eintracht Karlsruhe-Bulach e.V.

Philharmonischer Chor e.V. Helmholtz-Gymnasium

Fächerchor Karlsruhe e.V.

Liederkranz Karlsruhe-Daxlanden e.V.

Liederkranz Neuburgweier

JAZZiKA Karlsruhe

KIT Kammerchor e.V.

Kantatenchor Rheinstetten

Karlsruher Konzertchor e.V.

Lehrergesangverein Karlsruhe e.V.

Liederkranz e.V. Karlsruhe-Weiherfeld

Polizeichor Karlsruhe 1920 e.V.

Sängerbund e.V. Karlsruhe Rüppurr

Sängervereinigung Karlsruhe-Knielingen e.V.

Spiritualchor e.V. Karlsruhe

KIT Konzertchor e.V. Karlsruhe

Vereinigter Chor e.V. Rintheim

Vocal Resources

Vokalensemble Chorioso

Waldstadt-Chor Karlsruhe



Chronik

In der Vergangenheit verwurzelt, 
der Gegenwart verpflichtet,
für die Zukunft offen:

Die Chorverbands-Gruppe Karlsruhe/Rheinstetten e.V.

Am Anfang waren die Vereine

Als der Sänger Otto Grell am Ende des Jahres 1808 Berlin verließ, gaben ihm seine Freunde von der Singakademie ein Abschiedsmahl, bei dem unter der Leitung von Karl Friedrich Zelter auch Lieder gesungen wurden. Der Abend fand bei allen Beteiligten großen Anklang, und man beschloss, monatlich einmal zu einer heiteren Abendmahlzeit bei Gesängen zusammenzukommen: die Liedertafel war geboren. Sie kam schnell zu Ansehen und wurde weit über Berlin´s Grenzen hinaus bekannt. Bald wurden auch an anderen Orten solche Vereine gegründet, und 1840 war es auch in Karlsruhe so weit, die "Liedertafel" entstand. Ihr folgten weitere Vereinsgründungen in und um Karlsruhe z. B. der „Liederkranz“ 1841, die „Liederhalle“ 1842, doch von einer Sängerbewegung konnte noch nicht die Rede sein, da die Vereine ein Eigenleben führten und nur wenige Kontakte untereinander pflegten.

Die Vereine schließen sich zusammen

Die Vereine der Stadt Karlsruhe wurden mit zunehmender Leistungsfähigkeit immer mehr von Fürstenhaus und der Regierung bei allerlei Anlässen zur Mitwirkung verpflichtet - die Chronik berichtet von über 260 Auftritten -, so dass eine Koordination der Aufgaben notwendig wurde. Man rief deshalb lange vor der Gründung des Badischen Sängerbundes (1862) die Karlsruher Sängervereinigung im Jahre 1842 ins Leben. Der 1. Weltkrieg brachte dem Badischen Sängerbund einen großen Aderlass. 2000 Sänger schieden durch die Kriegswirren aus, 4000 Sänger blieben auf den Schlachtfel-dern. Um diesen Rückstand wieder aufzuholen, versuchte man, die dem Badischen Sängerbund noch fernstehenden Vereine zu gewinnen. Man hoffte, dieses Ziel über eine straffere Organisation des Bundes durch seine Aufgliederung in kleinere Gaue zu erreichen.

So wurde im Jahre 1921 der Gau Karlsruhe als einer der 23 Gaue des Badischen Sängerbundes gegründet. Erster Vorsitzender wurde Leo Rieple von der Karlsruher Sängervereinigung. Der Nachfolger von Leo Rieple Ferdinand Dietz schuf 1932, und das ist sein größter Verdienst, die Gruppen Pfinztal, Albtal und Karlsruhe-Stadt, wobei er die Stadtvereine nochmals unterteilte in die Vereine der Sängervereinigung und die Gruppe Ring, in der die Vorortvereine zusammengefasst waren.

Politisch Lied - ein garstig Lied

Bald nach der Gründung der Gruppen des Karlsruher Sängergaues begannen die unheilvollen Jahre des Dritten Reiches. Ein neuer Deutscher Sängerbund wurde ausgerufen, und der Badische Sängerbund wurde Gau XV dieses Bundes. Seine bisherigen 23 Gaue wurden aufgelöst und durch 12 Kreise ersetzt. Seither gibt es den Sängerkreis Karlsruhe. Die Spitzenämter der neuen Sängerbewegung wurden von der NSDAP mit ihren Funktionären besetzt, die vorher zum Teil mit dem Gesang überhaupt nichts zu tun hatten, dafür aber umso linientreuer waren. Im Karlsruher Sängerkreis konnten allerdings einige Sängerkameraden in ihren Ämtern bleiben, und auch die Gruppen blieben erhalten. Doch wurden bereits 1934 die Arbeitergesangvereine und die Lobeda- Chöre von den neuen Machthabern verboten.
Seit ihrer Gründungszeit verfolgten die Gesangvereine oft auch politische Ziele. Bei Zelters Liedertafel war es die Rückkehr des königlichen Hauses aus dem Exil in Memel, und die Karlsruher Liedertafel hatte sich zum Wahlspruch erkoren: Unsere Liederklänge läuten deutscher Eintracht Friede ein. Diese Ziele waren aber selbst gewählt und nicht von oben aufgezwungen. Anders war es jetzt; man wollte die Sängerbewegung zum Erreichen politischer Ziele missbrauchen.
Die Unfreiheit war nicht der einzige Schmerz, den man der Sängerbewegung im Dritten Reiche zufügte. Mit Ausbruch des Krieges wurden auch immer mehr Sänger zu den Waffen gerufen, so dass schließlich die Vereine nicht mehr in der Lage waren, allein zu singen. Es wurden Notgemeinschaften gebildet, um wenigstens den verstorbenen Sängern die letzte Ehre erweisen zu können. Die NSDAP startete Konkurrenzchöre: sie bildete aus Lehrlingen und Schülern Volkschöre, die für Urlauber „Bunte Abende“ veranstalteten und um diese bei der Heimkehr mit Liedern zu begrüßen. Sie sollten glauben, in der Heimat sei alles in bester Ordnung. Die Tätigkeit der Sängerbewegung kam schließlich ganz zum Erliegen.

Neues Leben blüht aus den Ruinen

Obwohl viele Vereine durch die Zerstörung ihres Vereinslokals oder andere Kriegswirren nicht nur ihr Probelokal, sondern auch ihr gesamtes Inventar verloren, einschließlich der Noten, bemühte man sich bald nach dem Kriegsende bei den Besatzungstruppen, um die Genehmigung zur Neugründung der Vereine. Bereits am 3. November 1946 wurde der Sängerkreis Karlsruhe unter dem Vorsitz des unvergessenen Friedrich Franz Hespeler wieder ins Leben gerufen. Nach und nach erfolgte auch die Neugründung der einzelnen Sängergruppen. Als eine der Letzten formierte sich im Jahre 1952 die Sängergruppe Karlsruhe neu. Wie einst der Regierung und dem Fürstenhaus, so fühlte sich jetzt die Sängergruppe der sich wiederaufbauenden Stadt und ihrem kulturellen Leben verpflichtet. Unter den Vorsitzenden Gierich, Daubmann, Malsch und Seemann koordinierte und organisierte die Gruppe Auftritte ihrer Vereine für die Stadt und ihre Bürger. Das jährliche Singen auf dem Karlsruher Hauptfriedhof am Heiligen Abend, das Stadtgartensingen und die Konzerte zum Tag des Deutschen Liedes sind zu regelmäßigen Veranstaltungen geworden. Zu besonderen Anlässen trat die Gruppe unter ihren Gruppendirigenten Adolf Weigel, Kurt Ludwig Zimmermann und Hans-Jürgen Isele geschlossen als Gruppenchor auf. In guter Erinnerung ist z.B. der Festakt zur 250-Jahrfeier der Stadt Karlsruhe, der von der Sängergruppe musikalisch umrahmt wurde. Unvergessen bleiben auch die Liedertage, an denen sich die Gruppenvereine recht zahlreich beteiligten, so z.B. 1971 unter dem Motte "So singt die Welt" oder 1974 mit "Chorgesang aus aller Welt". Ebenso erfolgreich beteiligte sich die Gruppe an den Konzerten bei Liederfesten des Badischen Sängerbundes.

Die Zeichen der Zeit werden erkannt

Wachsender Wohlstand und zunehmendes Freizeitangebot beeinflussten in starkem Maße auch die Arbeit der Sängergruppe Karlsruhe und ihrer Vereine. Ein Pressebericht über die Jahreshauptversammlung der Gruppe aus dem Jahre 1962 trug bereits die Überschrift "qualitativ vorwärts - quantitativ rückwärts". Diese Entwicklung setzte sich in den folgenden Jahren fort, so dass 1969 in der Jahreshauptversammlung die Frage gestellt wurde, ob kleinere Chöre nicht Singgemeinschaften bilden sollten, und 1970 die Forderung nach einer Generalbereinigung durch die Bildung von Chorgemeinschaften und die Fusion kleinerer Vereine. Doch die Sängergruppe Karlsruhe besteht immer noch und kann derzeit auf 42 leistungsfähige Vereine zurückgreifen. Man hatte die Zeichen der Zeit erkannt und war bereit zum Wandel: Frauenchöre wurden gegründet und reine Männerchöre ergänzten sich zum gemischten Chor, der Jugendarbeit wurde mehr Bedeutung beigemessen und das Freizeitangebot über das Singen hinaus erweitert. Mit dem Vorsitzenden Horst Gunst und seinem rührigen Gruppendirigent Werner Horzel wurde diese Entwicklung mit immer neuen Ideen fortgesetzt. So vereinte ein musikalisch – geselliger Abend die Gruppenvereine zu gemeinsamem Singen und Tanzen, und mit der ins Leben gerufenen "Ehrungsmatinee" fand man einen würdigen Rahmen, verdiente Vorstandsmitglieder der Gruppenvereine gemeinsam zu ehren. Gemeinsame Aufgaben stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl. Das wurde besonders deutlich bei der Aufführung der Deutschen Messe von Schubert unter der Leitung von Werner Horzel, die in einen Gedenkgottesdienst für den BNN-Redakteur Ludwig Arnet, einen großen Förderer der Sängerbewegung, eingebettet war.Während der Amtszeit von Horst Gunst wurde die Sängergruppe Karlsruhe e.V. am 18. Oktober 1988 ins Vereinsregister eingetragen.

Der Gegenwart und Zukunft verpflichtet

Nach dem plötzlichen Tod von Horst Gunst trat 1996 Wilfried Oser dessen Nachfolge an. Unter seiner Leitung fanden „Frauenchorkonzerte“ statt und ein Konzert für Junge Chöre wurde initiiert. 2002 wurde Peter Graf zum 1. Vorsitzenden gewählt. Die Konzerte für „Moderne Chöre“ alle zwei Jahre in der Aula der Schwarzwaldschule in Rheinstetten – Forchheim werden mit großem Erfolg durchgeführt. Ein weiteres Thema ist die Verbesserung der Chorqualität. Es werden daher jährlich Stimmbildungsseminare angeboten. Unterstützt wird von der Sängergruppe Karlsruhe durch ihren Jugendreferenten Rainer Fox das Projekt FELIX des Deutschen Chorverbandes (DCV), wobei gemeinsam in Kindergärten gezielt das Singen im Vorschulalter gefördert wird. Auch die Kooperation Schule – Verein (unterstützt durch das Land Baden-Württemberg) ist in der Sängergruppe Karlsruhe einbezogen. In der Mitgliederversammlung am 02.03.2013 wurde die Änderung des Namens in Chorverband Gruppe Karlsruhe / Rheinstetten einstimmig beschlossen.

Man hat richtig erkannt, dass man das Lied nicht nur seiner selbst willen singt:
Nicht dein Liede dient, sondern mit Hilfe des Liedes dem Menschen und der Gemeinschaft. Das Lied ist nur Mittel zum Zweck. So bleibt nur zu wünschen, dass sich auch in der Zukunft Menschen in dem Chorverband Gruppe Karlsruhe / Rheinstetten zusammenfinden, die etwas von der Kraft des Liedes spüren, die Brücken schlagen kann zwischen Menschen, Gruppen und Völkern und so ihren Beitrag leistet zur Bewältigung eines der größten Probleme unserer und künftiger Tage, der Isolation und Vereinsamung. Wie sagte doch der ostpreußische Dichter v. Hippel:

"Sprich mit mir, und du bist mein Mitmensch; singe, und wir sind Brüder."

Horst Gerwien

Überarbeitet von Peter Graf und Wilfried Oser